Keine Jugendteams am Start

Nach intensiven Beratungen sind Jugendvorstand, Sportwart und Gesamtvorstand unseres Tennis-Clubs einstimmig zu dem Entschluss gekommen, keine Jugendteams in der nun doch ausgeschriebenen Freiluftsaison an den Start zu schicken. Nach den Sommerferien soll die Saison von Anfang August bis Ende September parallel zu den Spielen der Senioren durchgezogen werden. Eigentlich war dafür der Zeitraum von Ende April bis September vorgesehen. Doch Corona machte eine neue Terminplanung unter Berücksichtigung der enormen Auflagen für den Spielbetrieb erforderlich. In einer Mail an die Eltern der über 100 unter 18-jährigen Kinder und Jugendliche im Verein erläutert der Jugendvorstand ausführlich die Beweggründe für den Nichtantritt der Jugendteams.

"Wir sind uns bewusst, dass diese Entscheidung bei dem ein oder anderen sicherlich Enttäuschung hervorruft. Die mit der Aufnahme des Spielbetriebs verbundenen Einschränkungen erachten wir aber als so gravierend, dass unsere Entscheidung die einzig sinnvolle sein kann", zählt unser Jugendvorstand einige Gründe auf:

• Es dürfen keine Fahrgemeinschaften gebildet werden. Dies führt dazu, dass jeder Spieler separat zu Auswärtsspielen gefahren werden muss. Uns ist aus den vergangenen Jahren bekannt, dass viele Eltern ihre Kinder insbesondere aus beruflichen Gründen nicht begleiten können. Schon dies wird dazu führen, dass diverse Auswärtsspiele gar nicht bestritten werden können.
• Die begleitenden Eltern dürfen dann allerdings nicht auf die Anlage des gastgebenden Vereins, da Zuschauer bei den Spielen nicht erlaubt sind.
• Dies beinhaltet für unseren Verein die Gefahr, dass bei unseren Heimspielen die Eltern der Gastmannschaften sich nicht an die allgemeinen Vorgaben halten, zum Beispiel in Kleingruppen auf dem Parkplatz herumstehen und warten.
• Dort kann es insbesondere bei den Spielen der U 18-zu nicht hinnehmbaren Ansammlungen von Personen kommen, wenn sich die samstags um 9 Uhr beginnenden Jugendspiele verzögern, die Erwachsenen für die nachfolgenden Seniorenspiele aber bereits angereist sind. Hier können leicht bis zu 30 Personen aufeinandertreffen.
• Bekanntlich stehen wir mit unserem Platz am Rande eines Wohngebiets unter besonderer Beobachtung. Es ist insofern nicht ganz unwahrscheinlich, dass Verstöße gegen die Abstands- und Hygieneregeln und deren Meldung beim Ordnungsamt schnell dazu führen können, dass unser gesamter Spielbetrieb untersagt wird. Da wir als Jugendvorstand für die ordnungsgemäße Durchführung der Spiele der Jugendmannschaften verantwortlich sind, dies aber nicht gewährleisten können, möchten wir hierfür die Verantwortung nicht übernehmen.
• Es ist auch noch gar nicht gewährleistet, ob die Spiele im Kreis Ruhr überhaupt unter gleichen Voraussetzungen durchgeführt werden können. So ist im Kreis Recklinghausen die Durchführung von Doppeln (noch) gar nicht gestattet.
• Letztendlich ist für uns die unterschiedliche Herangehensweise zur Erlaubnis der Durchführung von Trainingsstunden und für die Abhaltung des Spielbetriebs nicht nachvollziehbar. Es kann nicht auf der einen Seite für den Trainingsbetrieb untersagt werden, dass die Spieler die Bälle anfassen dürfen, auf der anderen Seite im Wettkampfbetrieb solche Einschränkungen aber nicht gelten sollen. Nun kann im privaten Bereich sicherlich jeder selbst entscheiden, welchem Risiko er sich aussetzen möchte oder nicht, zum Beispiel sich seinen Spielpartner selbst aussuchen und die Art und Weise des Zusammenspiels hierauf anpassen. Im Wettkampfbetrieb geht dies nicht.

Der TC Bochum-Süd steht mit dieser Entscheidung für den Nachwuchsbereich nicht allein: Zahlreiche Vereine in der Stadt und im Umkreis haben diesen Schritt bereits verkündet oder werden dieses noch tun.